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ÖSTERREICH February 28, 2008 Karl Löbl Kurt Masur kam mit Bruckner in den Wiener Musikverein Verrückte, reiselustige Musikwelt Orchestre National de France begann Bruckner-Konzerte im Wiener Musikverein. Konzert. Die Wiener Philharmoniker spielten in Paris soeben Liszt und Tschaikowsky. Das Pariser Orchestre National kommt nach Wien mit drei (!) Symphonien von Anton Bruckner. Verrückte Musikwelt, kuriose Reiseprogramme. Denn eigentlich sollte jedes Orchester bei Gastspielen eher seinen spezifischen Stil vorführen. Aber selbstverständlich können die Franzosen auch Bruckner spielen. Kurt Masur, Leipziger Wende-Legende, ist seit 2002 ihr Chefdirigent und hat mit ihnen das „deutsche" Repertoire gründlich erarbeitet. Bruckners Neunte Symphonie, mit der das Gastspiel im Musikverein begann, hatte Kraft und Homogenität, profitierte vom satten Streicherklang und dem niemals grellen Ton der Blechbläser. Eine Wiedergabe mit Elementen französischer Leichtigkeit im Scherzo und einem völlig unpathetischen Adagio-Finale. Pointiert. Stärker freilich war der Eindruck vor der Pause, als der Berliner Martin Helmchen, 25, Beethoven spielte. Dessen erstes Klavierkonzert klang im Mittelsatz wie eine Träumerei ä la Schumann und im Finale wie eine Vorwegnahme von Prokofjews Motorik. Doch die Interpretation hatte jugendliche Frische, Unvoreingenommenheit, war bei aller witzigen Pointiertheit nie respektlos und im Largo, wie erwähnt, von schöner Nachdenklichkeit. Die Partnerschaft des Orchesters war ideal, die Aufführung auf anregende Art unkonventionell. |


