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KÖLNISHCE RUNDSCHAU February 26, 2008 Volker Fries KÖLN. Auch am zweiten Abend seiner Geburtstagsgala gab Kurt Masur in der Philharmonie seiner Liebe zu Beethoven und Bruckner beredten Ausdruck. Wieder waren das Orchestre National de France und ein junger Pianist seine kongenialen Partner Till Fellner war der Solist in Beethovens 3. Klavierkonzert Er griff Masurs zügiges Tempo auf, schritt forsch voran, entfaltete den Dialog mit seinen einfühlsamen französischen Begleitern konsequent. Es war wiederum ein geradezu unbestechlicher Beethoven, unbeirrbar im Rhythmischen, im Anschlag bisweilen von gläserner Härte, Da wurden die Ahnen Haydn und Mozart fast ein wenig zu kühl ad acta gelegt, und vom Wetter leuchten der Romantik war noch nichts zu spüren. Vielleicht lag es an diesem Mangel an Eleganz und Zartheit in den Seitenthemen der Ecksätze, dass die Musik weniger berührte als aufrüttelte. Das freilich tat sie gründlich, denn Fellner hielt seinen nüchternen Kurs, von Masur handfest unterstützt, auf hohem technischem Niveau bis zum Schluss durch. So war Beethovens aufrührerische Kadenz im ersten Satz gewissermaßen nur die Spitze eines Eisbergs. In der Einleitung zum Largo blätterte der Solist indes kurz Beethovens lyrische Seite auf, das Orchester dankte es ihm mit einer Flut von zarten Farben. Fellners stimmungsvolle Zugabe, Liszts 'Au lac de Wallenstadt', leitete dann geschickt zum spätromantischen Höhenflug des Abends über, zu Bruckners 4. Sinfonie. Masur navigierte 'seine' Franzosen mit traumwandlerischer Sicherheit auswendig durch die etwa 75-minütige Partitur. Vom ersten Auftauchen der Hörner bis hin zum gleißenden Finale-Schlussakkord entfaltete sich Zug um Zug ein schier atemberaubender Spannungsbogen. Masurs Bruckner-Stil ruht gleichsam in sich selber, er heizt nicht an und bremst noch weniger. Er gestaltet mit untrüglichem Gespür für Maß und Ziel, verhilft der Musik quasi zu ihrem natürlichen Fluss. Im Unterschied zum Vorabend verblüffte das Orchester übrigens kurz vor Schluss mit einem Pianissimo, das fast an Magie grenzte. Standing ovations! |


