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KÖLNISCHE RUNDSCHAU February 14, 2005 Sindbads Seemannsgarn vollendet weitergesponnen Kurt Masur dirigierte das Orchestre National de France in der Kölner Philharmonie Solist Jean-Yves Thibaudet Volker Fries Fehlstart in der Philharmonie: Bis 20 Uhr blieben die Saaltore verriegelt, danach Staus beim Hineinzwängen und ein verstimmtes Publikum keine Erklärung der Verantwortlichen, geschweige denn eine Entschuldigung... Das Konzert mit dem Orchestre National de France unter Kurt Masur begann mit 20-minütiger Verspätung, zum Glück aber war das Programm geeignet, die Gemüter angemessen zu besänftigen Spuk und Fabelwesen brachten auf andere Gedanken, und die Franzosen verwöhnten mit feinster Orchesterkultur "Der Zauberlehrling" von Paul Dukas (nach Goethes Ballade) macht die Lust auf Verbotenes zauberhaft transparent. Masur brachte die Maschinerie der Hexenküche mit Behutsamkeit in Gang, ließ dem Unheil dann allmählich seinen Lauf, ohne dem Chaos einen allzu starken Triumph zu gönnen. Ravels Klavierkonzert G-Dur mit dem Solisten Jean-Yves Thibaudet verzauberte indes auf andere Weise: Nicht Gefahr wird hier beschworen, sondern Ironie und Spielwitz. Auch Spanien klingt an, vor allem aber Amerika und die inspirierende Begegnung mit Gershwin. Thibaudet verwandelte diese vielschichtigen Reminiszenzen in einen tönenden Bilderbogen von hohem ästhetischen Reiz. Unbestechlich im Rhythmischen, mit großem, wandlungsfähigen Ton, blieb er seinem Ruf als Ravel-Spezialist nichts schuldig. Sehr einfühlsam das Adagio mit genauer Dialog Regie zwischen Solist und Holzbläsern. Das Finale lebte von frecher Motorik, rasant, doch nie überdreht. Masur ließ unaufdringlich, höchst präzise und klanglich ausgewogen begleiten, Thibaudet genoss es hörbar wie ein Fisch im Wasser. Nach der Pause dann "Scheherezade", Rimskij-Korsakows Sinfonische Suite (op. 35). Das Orchester zog alle Register, aber auch hier basierte die Wirkung maßgeblich auf Masurs konzentriertem Gespür für Spannungsaufbau. Prächtige Blechbläser und Kontrabässe in den Ecksätzen, geradezu betörend die Holzbläser im andalusisch angehauchten dritten Satz. Vollkommen aber wurde das Glück erst durch die junge Konzertmeisterin, natürlicher und reiner kann man auf der Geige das Seemannsgarn von Sindbad und seinen Abenteuern kaum spinnen. |


