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KÖLNISCHE RUNDSCHAU September 11, 2008 Höchster Gipfel des Festivals H.D. Terschüren Es war der nicht mehr zu überbietende Höhepunkt des Beethovenfestes, als mit der Verleihung des Furtwängler-Preises an Kurt Masur und der "Neunten" unter seiner Leitung die großartige Aufführung aller Beethoven-Sinfonien durch das Orchestre National de France zu Ende ging. Die 2000 in der Beethovenhalle feierten den Dirigenten lange mit Standing Ovations. Man versteht das besonders gut, wenn man Hans-Dietrich Genschers Laudatio hinzunimmt mit den Erinnerungen an Masurs große Rolle im Herbst 1989 und an beider lange Freundschaft. Der Furtwängler-Preis soll von nun an stets beim Beethovenfest überreicht werden. Der Geehrte erzählte von sich als 16-Jährigem in der schlesischen Kleinstadt ohne eigenes Orchester, für den der große Dirigent Wilhelm Furtwängler damals wie ein Phantomname war. Jetzt hat man ihm diesen Namen ans Revers geheftet, und er hat sich dafür mit einer wirklich schönen, erhebenden, großen Aufführung der d-Moll-Sinfonie mit ihrem zur Europa-Hymne erhobenen Schlusschor revanchiert. Man erlebte einen Dirigenten von ganz direktem, klugen Zugang zu seinem Beethoven. Masur macht keine Mätzchen am Pult, er ist ganz Diener. Probleme wurden, hörte man, in den Proben ausgeräumt. Hier gab er nur noch Anstöße. Aber damit führte er das Orchester überzeugend durch den düsteren Kopfsatz "einer Welt ohne Freude" (Richard Wagner) und den heftigen zweiten Satz. Die Ruhe vor dem Sturm eingefangen Masurs Adagio-Gesang vermeidet Sentimentalität, er spielt aber in den Variationen schönes Innehalten. Es ist die Ruhe, aus der der Sturm neu losbricht, um dann ins Chorfinale zu münden. Bewundernswert sein Umgang mit dem gut besetzten Vokalquartett (Melanie Diener, Carolin Masur, Christian Elsner, Hanno Müller-Brachmann) und die fabelhaft fokussierte Chor-Hundertschaft von Radio France. Vor der "Neunten" war in Masurs Reihung noch die achte Sinfonie F-Dur drangekommen - wunderschön in ihren heiteren, lebensfrohen Rhythmen. |


