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LIPPISCHE LANDESZEITUNG July 27, 2004 Akademie lockt Kurt Masur Weltstar leitet im September hoch begabte Talente in Detmold an Detmold (te). Mit Professor Kurt Masur wird ein Weltstar im September nach Detmold kommen. Masur leitet dann die Detmolder Sommerakademie, für die herausragende jugendliche Musiktalente aus Deutschland und vielen anderen Nationen sich bei der Hochschule für Musik angemeldet haben. Aber auch das Publikum wird Gelegenheit haben, den Chef des französischen Nationalorchesters und der Londoner Philharmonie nicht nur während des Abschlusskonzertes am 9. September, sondern auch bereits während der Proben zu erleben. Insgesamt 136 Teilnehmer werden zur Sommerakademie erwartet. "Mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet, wir natten ursprünglich mit 40 Anmeldungen geplant", so Martin Christian Vogel, Rektor der Hochschule. Die Kurse für Streicher, Schlagzeuger und Dirigenten finden vom 29. August bis 10. September in Detmold statt. Zunächst werden die Teilnehmer von Hochschullehrern der Detmolder Akademie betreut, ab 5. September stößt Masur hinzu, um die Arbeitsphase mit dem Gesamtorchester zu übernehmen. "Auch für ihn ist das eine Premiere", weiß Vogel, "denn mit angehenden Studenten und jugendlichen Musikern hat der Dirigent noch nicht gearbeitet." So jung, weil es sich um Talente zwischen zwölf und 23 Jahren handelt. Darunter sind ingesamt 79 Preisträger des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert", mit dem die Hochschule für die Sommerakademie kooperiert. "Wir wollen hoch Begabte schon vor der Aufnahme eines Studiums für Detmold interessieren, die Hochschule bei ihnen bekannt machen und ihnen die Möglichkeit geben, erste Kontakte zu knüpfen", schildert Dr. Joachim Thaimann, Pressesprecher der Hochschule, den Hintergrund. Der Konkurrenzkampf unter den Musikakademien hat sich verstärkt, die Detmolder wollen so ihr Angebot darstellen. Für die Erstplatzierten des Bundeswettbewerbs ist die Teilnahme an der Akademie kostenlos. Die Hochschule konnte Masur für die Arbeit gewinnen, weil Rektor Vogel den Maestro noch aus seiner aktiven Zeit als Sänger kennt. Für das Publikum gibt es mehrfach Möglichkeiten, die Arbeit in der Akademie zu Verfolgen. Zwei Konzerte mit den Preisträgern sind im Sommertheater angesetzt. Zur Probenbegleitung des Orchesters mit Masur werden zum Preis von 10 Büro Tageskarten verkauft, auch die Generalprobe für das Abschlusskonzert am Donnerstag, 9. September, ab 10 Uhr ist öffentlich (Eintritt fünf Euro). Für das abendliche Konzert ab 19.30 Uhr in der Neuen Aula der Hochschule kosten die Karten 30 Euro. Karten im Vorverkauf sind ab dem 21. August, 9.30 Uhr, im Haus der Musik, Bruchstraße 15 in Detmold, erhältlich. Auf dem Programm stehen romantische Werke: Brahms' Violinkonzert D-Dur, op. 77, das Violoncello-Konzert h-moll, op. 104, von Antonin Dvorak, die Egmont-Ouvertüre von Beethoven und die Háry-János-Suite von Kodály. Letztere sowie den Egmont soll Masur selbst dirigieren, die anderen Werke werden von von ihm ausgewählten Dirigenten geleitet. 70 Streicher, 27 Schlagwerker und 39 Dirigenten haben sich für die Akademie angemeldet. Aufgefüllt wird das Orchester mit Studierenden der Hochschule, die ersten Pulte werden von Mitgliedern des Detmolder Kammerorchesters besetzt. "Es wird also ein sehr junges und sehr großes Orchester zu hören sein", schildert Dr. Thaimann. Der große Andrang bringt aber auch Probleme mit sich. Für gut 50 junge Leute werden noch Privatquartiere in Detmold gesucht. Thomas Siebenkötter, Leiter des künstlerischen Betriebsbüros: "Wer junge Leute bei sich aufnimmt, erhält Ehrenkarten für das Abschlusskonzert." Angebote und Anfragen nimmt Karen Hansmeier, (05231) 975742, entgegen. Dank stattete Hochschulrektor Vogel gestern während einer Pressekonferenz Landrat Friedel Heuwinkel und Dr. Heinrike Heil von der Stiftung Standortsicherung ab. Die Stiftung steuert Mittel für die Sommerakademie bei. "Sie hat damit eine Initialzündung gegeben, auch für das nächste Jahr haben wir bereits Sponsoren", so Vogel. Heuwinkel ist sich sicher: "Die Akademie wird ein Riesenerfolg werden. Vielleicht trägt das auch dazu bei, dass die Musikschulen in den Gemeinden wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden", sagte er mit Blick nach Schlangen, das seine Musikschule privatisieren wird. Vogel unterstützte: "Es ist unverständlich, dass sich die Kommunen hier so aus der Verantwortung ziehen." |


