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LIPPISCHE LANDESZEITUNG September 3, 2004 Jung, musikalisch, hoch begabt Überzeugendes Konzert im Rahmen der Detmolder Sommerakademie Detmold (Nv). Trug die Noch-Ferienzeit Schuld daran, dass am Mittwochabend das Sommertheater allenfalls zur Hälfte besetzt war? Dabei hatte das erste von zwei Preisträger-Konzerten im Rahmen der von der Musikhochschule ausgerichteten Sommerakademie den Besuch mehr als nur gelohnt. Hier zeigten hoch Begabte, die aus dem diesjährigen Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" hervorgegangen sind, ihr solistisches Können. Schon ein langer, von harten Auswahlkriterien gesäumter Weg liegt hinter den elf Teilnehmern aus drei Altersgruppen, die noch bis zum 10. September unter der künstlerischen Gesamtleitung von Professor Heinz Fadle und ab Montag unter dem weltberühmten Dirigenten Kurt Masur ihr Können vor allem im Orchesterspiel perfektionieren wollen. Die 13- bis 18-Jährigen, die durchweg reifer wirken als es ihr kalendarisches Alter vermuten lässt, haben nicht nur solistisch einen äußerst hohen Stand erreicht. Sie erfassen, ob es sich nun um Kompositionen aus dem Rokoko, dem 19. oder 20. Jahrhundert handelt, sämtlich den der Musik inne wohnenden Geist, ohne den alle Perfektion zur seelenlosen Mechanik verkommt. Mit Unterstützung erfahrener Ausbilder wie Christian Köhn, Kathrin Meierhenrich und Mamiko Watanabe dominierten die Violinen. Alina Czekala bewältigte scheinbar mühelos einen voller Tücken und brillanter Figuren steckenden Rokoko-Satz. Angelo de Leo, einer der jüngsten Teilnehmer, begeisterte mit einem unnachahmlich elegant dargebotenen Rondo von Mozart und blitzsauber ausgerührter Kadenz. Alexander Jussow überzeugte mit komplizierten Doppelgriffen einer Ballade, Fernande Pascual Leon mit unregelmäßigen Rhythmen und Synkopen aus Lateinamerika. Zigeunerweisen auf hohem Niveau gelangen Martina Trumpp, und Julia Kirn bot brillante Pizzicati sowie dissonante Läufe und Sprünge im Scherzo einer zeitgenössischen Komposition. Hans Werner Henze schuf die fünfteilige Mini-Serenade für Violoncello, mit der Nguyen Hoang seine Begabung dokumentierte. Am Kontrabass gelang Hermann Stützer ein melancholischer Gesang von Sergej Rachmaninow, dem letzten bedeutenden Vertreter der spätromantischen Moskauer Schule. Auch drei Schlagzeug-Interpreten waren an diesem Abend mit von der Partie. Am Marimbaphon überzeugten Benedikt Immerz, Simon Etzold und Katharina Seibel gleichermaßen mit lockerer, virtuoser Handhabung der weichen Schlägel, die diesem Instrument den Klang verleihen. Einige der jungen Leute dürften alle Chancen haben, in absehbarer Zeit die internationalen Konzertpodien zu erobern. Dann wird man teuer für ihren Auftritt bezahlen müssen und nicht, wie an diesem Abend, freien Eintritt haben. Der Beifall immerhin erreichte zum Schluss die Stärke eines voll besetzten Hauses. |


